Anspruchsvolle Kleinkunst in Meerdorf

 

Fünfundzwanzig Jahre, wer hätte das gedacht! Im Laufe der Jahre bedacht mit Kommentaren wie "Geheimtipp", "kultureller Leuchtturm der Region", "originelle Eigenproduktionen", fast immer restlos ausverkauft und immer noch beliebt beim Publikum. Das ist ein Grund zum Feiern! Raum für Kultur ist in der kleinsten Hütte, beispielsweise auf dem ehemaligen Heuboden eines alten Fachwerkhauses in Meerdorf. Dort hat der Theaterpädagoge und Regisseur Ali Schultze mit Freunden und Gleichgesinnten das "teatr dach" eingerichtet. Das Fachwerkhaus beherbergt nun eine Kleinkunstbühne mit 60 Plätzen und einer kleinen Theaterbar, auf deren Brettern renommierte Ensembles und Solisten auftreten. Hier gastierten berühmte Ensembles wie das Kleckstheater, die Kugelblitze, Dietrich Kittner, Dieter Hildebrandt, Lothar Bölck, Kabarett, " Magdeburger Zwickmühle ", Herzen in Terzen oder Stefan Krawczyk. Sie kommen gern aufs Land, weil dort die Atmosphäre stimmt und sie in unmittelbarem Publikumskontakt spielen können. Hinter dem Musen-Stadl steht außer Ali Schultze ein Verein mit derzeit ca. 220 Mitgliedern. Ende 1990 wurde das "teatr dach" wiedereröffnet. Kaum war das Haus fertig, musste es wegen behördlicher Auflagen schon wieder geschlossen werden. Es fehlten getrennte Toiletten, eine brandsichere Treppe sowie feuerhemmende Anstriche für Fußböden und Decken. Spontan stellte der örtliche Kirchenvorstand vorübergehend Räume zur Verfügung. Dann gründeten 17 Theaterbegeisterte den genannten Verein und verkauften Lose und  symbolische Stufen für die Außentreppe. Eigentümer einer solchen Stufe wurde auch der damalige niedersächsische Innenminister, und auch das Staatstheater Braunschweig besitzt eine.

 

 

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Ein wenig verdutzt über eine so hohe Auszeichnung ist er schon – aber es wäre nicht Albrecht, "Ali", Schultze, wenn ihm dazu nichts einfallen würde. "Nun hab ich oberhalb der Taille eine Bundesverdienstmedaille", reimt er, nach dem Landrat Franz Einhaus ihm im Namen des Bundespräsidenten Joachim Gauck den Orden angeheftet hat.

 

 

Freunde, langjährige Wegbegleiter, seine Familie nehmen an der Feier am Mittwoch im Kreishaus teil – und Ali Schultze teil die Auszeichnung mit ihnen: "Sie alle verdienen diesen Orden – denn was wär' sonst aus mir geworden?" " Sie tragen ganz erheblich zur Bereicherung des kulturellen Lebens bei uns im Landkreis Peine bei", sagte Landrat Franz Einhaus in seiner Laudation. Langjährige Freude von Albrecht Schultze, hatten die Ehrung angeregt. Denn: "Albrecht Schultze hat fast sein ganzes Leben lang ungezählten Menschen mit seinen verschiedensten Darbietungen große Freude bereitet und sehr vielen Menschen die Kultur nahegebracht." Lockerer als sonst ging es bei dieser Feierstunde zu – darüber freute sich auch der Landrat. Mona Seyel – bekannt von der "Singen- im-Pulk"-Band, hatte das Keyboard mitgebracht und sang einige Lieder, Ali Schultze Georg Kreislers "Mütterlein". Es wurde erzählt und gescherzt – und der Landrat erfuhr schließlich den Spitznamen, den Ali Schultze ihm gegeben hat: "Ich sag' immer Einrad Landhaus – können Sie Einrad fahren?" Doch auch ernste Töne wurden angeschlagen. "Die Gegenwart ist nicht grad heiter", sagte der Meerdorfer Theatermacher. Das Flüchtlingsproblem bestehe weiter und "Neonazis Scheiß-Gedanken" gelte es in die Schranken zuweisen. Und: "Nie wieder Krieg, so hieß es immer – doch überall wird es nur schlimmer." Schultzes Vorschlag, anstatt zu jammern: für die Menschenrechte einzutretenund für eine humane Zukunft anzupacken.

 

Peiner Nachrichten / Bettina Stenftenagel

 

 

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teatr-dach | Kleinkunstbühne | Woltorfer Str.16 38176 Wendeburg | Meerdorf

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